Rückblick auf 6 Monate IGA

Am Sonntag war es soweit: der Abschlusstag auf der IGA. 186 Tage Gartenkunst und Naturerlebnisse, Gespräche, Diskussionen und Workshops liegen hinter uns. Nach sechs Monaten gab es nochmal ein fulminantes Finish: Fast 40.000 Besucher strömten an dem Tag bei strahlendem Herbstwetter auf das Gelände!

Für uns war es eine ganz besondere Zeit. Wir haben Tausende Gespräche mit Besuchern geführt, die uns Löcher in den Bauch gefragt haben. Viele sind nachdenklich angesichts der Situation unseres Planeten und freuen sich, dass es Vorhaben wie unsere Stadtfarm gibt, mit denen ein positiver Beitrag für eine gesunde, natürliche Ernährung sogar in der Stadt möglich wird. Vor allem die vielen Kinder und Schulklassen, die unseren Stand besucht haben, konnten die Kollegen manchmal ganz schön ins Schwitzen bringen mit ihrem Wissensdurst! Manch Dauerkartenbesitzer kam fast wöchentlich vorbei, um zu schauen was sich bei uns getan hat. Aber auch Fachbesucher, Köche und die vielen Pressetermine haben die Zeit in unglaublichem Tempo verfliegen lassen.

Wir haben das IGA-Gelände als kleines Paradies kennen gelernt: vom jungen Rehbock, der morgens vor den ersten Besuchern am Bach trinken kam, über die Schwanfamilie auf Spaziergang und dem krähenden Hahn vom Kleingarten gegenüber bis hin zu den vielen Schmetterlingen gab es Biodiversität zum Anfassen. Wir hoffen, dass auch die Berliner Marzahn als lebenswertes Eckchen entdecken konnten und die Gegend noch lange nach der IGA beleben. Nicht zuletzt die Seilbahnfahrten und den Ausblick vom Wolkenhain werden uns sicher immer wieder mal zum Kienberg rufen.

Danke für die vielen unvergesslichen Momente, die ehrlichen Gespräche und die tollen Erlebnisse. Unser Stand wandert jetzt in unser Besucherzentrum im Landschaftspark Herzberge, und wir freuen uns, wenn wir ab sofort dort viele Menschen begrüßen und für die Produkte der Stadtfarm begeistern dürfen.

Mitstreiter gesucht!

Wir wachsen! Ständig! Daher suchen wir Teamkollegen, die uns unterstützen. Aktuell zum Beispiel:

  • Koch (20-30 Std. / Woche) & Küchenhilfe (Minijob) [beide vergeben, sorry!]
  • Online & Social-Media Experte [bereits besetzt]
  • Organisator / Helfer / Fahrer / Unterstützer in allen Dingen [bereits besetzt]

Bitte per Email bewerben, wir melden uns zeitnah. Und wir aktualisieren diese Seite immer, wenn es neue Stellen gibt oder Stellen bereits vergeben wurden.

 

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Umweltministerium vs. Landwirtschaft: eine überfällige Diskussion

In den letzten Wochen hat sich die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit gleich zwei Aktionen den Unmut vieler Landwirte zugezogen (und auch den des Landwirtschaftsministers). Erst sorgte die Kampagne mit neuen Bauernregeln für Unmut, angeblich würden Landwirte verunglimpft. Dabei sollten die gereimten Sprüche vor allem eine Diskussion anstacheln, der sich auch Verbraucher nicht entziehen können: wieviel ist uns gutes Essen wert? Aufgrund der massiven Kritik der Bauernlobby wurde die Kampagne gestoppt. Schade, denn der gesellschaftliche Diskurs zu diesem Thema ist längst überfällig, im Verhältnis zu unserem Reichtum als Land sind Lebensmittel nirgendwo auf der Welt so billig wie bei uns. Wenn sich nur noch „Reiche“ Lebensmittel leisten können, die kein schlechtes Gewissen machen (wegen Tierwohl, Umweltschutz, etc.), läuft etwas grundlegend falsch.

Nun hat die Ministerin eine andere Entscheidung getroffen, die die Gemüter so manches Politikers erregt: das BMUB serviert bei Besprechungen nur noch vegetarisches Catering, das zudem soweit möglich saisonal und bio sein soll. Mit einem Landwirtschaftsminister, der jüngst forderte, Schulen sollten mehrmals pro Woche Fleisch servieren – obwohl jede Ernährungsempfehlung schon lange dahingeht, den Fleischkonsum auf einmal wöchentlich zu reduzieren – muss das natürlich Knatsch geben.

Wir finden die Impulse aus dem BMUB längst überfällig. Der Staat ist einer der größten Einkäufer überhaupt, wenn von dort zwar Gesetze kommen, die Wirtschaft solle grüner werden, man selber aber nicht grün einkauft, ist das unglaubwürdig (und zudem eine vertane Chance, mit Steuermitteln eine nachhaltige Gesellschaft zu gestalten). Frau Hendricks, machen Sie weiter so! Mehr green sourcing und mehr öffentliche Debatten darüber, welche Entscheidungen wir mit unseren Geldbeuteln treffen tun dringend Not.

TopFarmers im Interview bei Aquaponics Deutschland e.V.

Schon vor einiger Zeit haben wir mit Mandy vom Aquaponics Deutschland e.V. gesprochen, jetzt ist das Interview erschienen.

Der Verband ist noch ziemlich jung, ähnlich wie die „Branche“, die da gerade entsteht. Wir sind gespannt, wo sich in der Zukunft Synergien ergeben. Bei so ziemlich alle Abschlussarbeiten, an denen wir in letzter Zeit beteiligt waren oder die wir betreut haben, war der Verband jedenfalls ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner.

Aber hier jetzt zum Interview, viel Spaß beim Lesen!

Heute ist Weltbodentag – wie geht es unserer „Erde“?

Die Degeneration von fruchtbaren Böden betrifft mittlerweile ein Drittel der Landmasse und 40% der urbaren Fläche die wir haben. In den letzten 150 Jahren haben wir die Hälfte unseres Mutterbodens und Humus an Erosion, Verdichtung, Nährstoffmangel, Dekarbonisierung und Versalzung verloren. Machen wir mit dem jetzigen Tempo weiter, haben wir noch ungefähr 60 Jahre Mutterboden zur Verfügung.

Die wachsende Weltbevölkerung und deren steigender Konsum tierischer Proteine (= viel mehr Flächenverbrauch je kg Nahrung, aber auch je kcal als bei pflanzlicher Nahrung) schaffen einen Konflikt zwischen Nahrung (Landwirtschaft) und Wohnraum, Energie sowie Berg- und Tagebau. Land und Boden werden zunehmend zu Spekulationsobjekten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Klimawandel die Wetterextreme verschärfen und damit die Erträge auf dem verbleibenden Land verringern. In der Folge stehen steigende Lebensmittelpreise und mehr Menschen müssen vor Hunger und Armut fliehen.

Zeit, etwas dagegen zu tun! Unser Beitrag mit AquaTERRAponik ist natürlich nur ein Puzzleteil von vielen, aber wir sind davon überzeugt, dass die Nutzung von städtischen Flächen mit hohen Erträgen einen Teil dieses Drucks auf unsere Böden verringern kann. Indem wir so naturnah wie möglich anbauen und gänzlich auf künstlichen Dünger, Pestizide und Herbizide (sowie Hormone und Antibiotika bei den Tieren) verzichten, vermeiden wir auch die vielen anderen Nachteile von intensiver Landwirtschaft, wie Überdüngung und Versalzung – denn letztlich landet das, was wir den Pflanzen geben, entweder über das Grund- und Abwasser im Trinkwasser oder direkt in unseren Lebensmitteln. Und die Dezentralität unserer Anbaumethode erzeugt Lebensmittel da, wo sie auch konsumiert werden, ohne weite Transportstrecken.

Andere Puzzleteile wie Terra Preta zur Rekarbonisierung der Böden sind ebenfalls wichtig und ganz langsam auf dem Sprung zu einer größeren Verbreitung. Wir hoffen, viele andere folgen unserem Beispiel und begeben sich wie wir auf die Suche nach wirklich nachhaltigen Lösungen – damit Genuss wieder ohne schlechtes Gewissen erfolgen kann!

AquaTerraPonik mit toller Ökobilanz

Es ist soweit: wir haben unsere Ökobilanz für den neuen Standort fertig. Die Berechnungen waren ein ganz schön umfangreiches Unterfangen. Anlass war unsere Teilnahme am diesjährigen Bundespreis ecodesign, für den wir alle Zahlen rund um unsere Produktion aufbereitet haben. Wir mussten zwar so manche Annahme treffen, aber das Ergebnis ist trotzdem ziemlich beeindruckend. Wir sparen mit AquaTerraPonik

  • 80% des Wasserbedarfs
  • 80% des Flächenverbrauchs
  • 85% des CO2-(äquivalent)-Ausstoßes

im Vergleich zur konventionellen Erzeugung. Das ist eine ganze Menge! Damit lässt sich zwar nicht gleich die Welt retten, aber wenn man z.B. den Konsum seines tierischen Eiweißes (= Fleisch & Fisch, ohne Milch & Ei) sowie Gemüse und Obst komplett aus AquaTerraPonik bezieht, würde man man 2,75 Tonnen CO2 einsparen – von 9,2 Tonnen, die der durchschnittliche Deutsche pro Jahr verursacht, also immerhin 25%. Das wäre doch ein großartiger Anfang!